Beschreibung
Die Kommunikation über Sexualität findet in den letzten Jahren insbesondere im Kontext des Diskurses um sexuellen Konsens vermehrt Beachtung. Im Scheinwerferlicht von Paarbeziehungen treten weitere Facetten sexueller Kommunikation in den Vordergrund und unterstreichen die Komplexität des Phänomens; insbesondere, weil sich die Kommunikation über Sexualität in Paarbeziehungen als ein schmaler Grat zwischen schützenswerter Privatsphäre, präventivem Schutzdiskurs und progressiven Vorstellungen von Gleichheit erweist. Basierend auf der Annahme, dass sich tradierte Normen auch in der (Paar-)Sexualität zunehmend individualisieren und mehr Aushandlung zwischen den Partner*innen notwendig macht, stellt sich somit die Frage, wie sich diese Aushandlungsprozesse gestalten.
Unter Rekurs auf soziologische Geschlechter-, Paar- und Kommunikationstheorien untersucht Janina Deborah Limberger das Phänomen anhand qualitativer Paarinterviews im akademischen Milieu. Die rekonstruktiv-hermeneutisch dargestellten Aushandlungsprozesse lassen Rückschlüsse auf Spannungsfelder zwischen dem Streben nach Gleichberechtigung, sexueller Selbstbestimmung und traditionellen sexuellen Skripten sowie der augenscheinlichen Unauflösbarkeit von progressiven Vorstellungen und normativen Sinnwelten kommunikativer Paarsexualität zu.



































