Zwischen Tür öffnen und Netzwerkarbeit: Soziale Arbeit als unterschätzte Schlüsselfigur an außerschulischen MINT-Lernorten
Zusammenfassung
Bildungsungleichheit bleibt eine der zentralen Herausforderungen des deutschen Bildungssystems. Trotz vielfältiger Bemühungen hängen Bildungschancen weiterhin stark von sozialer Herkunft, familiären Ressourcen und Zugängen zu unterstützenden Netzwerken ab. Besonders im Bereich der MINT-Bildung wird deutlich, wie wichtig außerschulische Lernorte für die Förderung von Chancengerechtigkeit sind. Aber auch hier zeigt sich, dass gerade diese Angebote für bildungsbenachteiligte Kinder und Jugendliche oft schwer erreichbar bleiben. Der Artikel beleuchtet die Bedeutung der Sozialen Arbeit an außerschulischen MINT-Lernorten und untersucht, wie sozialraumorientierte Kooperationsstrukturen und multiprofessionelle Zusammenarbeit dazu beitragen können, Teilhabe und Zugang mithilfe professionellen sozialpädagogischen Handelns zu stärken. Im Mittelpunkt steht die exemplarische Analyse dreier ausgewählter Projekte aus der Praxis mit unterschiedlichem Fokus auf bestehende institutionelle Herausforderungen. Erste reflektierende Ergebnisse durch Professionelle der sozialen Arbeit selbst zeigen, dass die Etablierung einer sozialpädagogischen Ansprechperson mit explizitem Advocacy-Ansatz, der gezielte Einfluss auf interne institutionelle Prozesse im Sinne lebensweltorientierter Passung und die systematische, sozialraumorientierte Kooperation mit externen Akteur*innen hilfreiche Stellschrauben sein können, um die Zielgruppe bildungsferner Kinder und Jugendlicher für MINT-Angebote zu gewinnen.